Zum Inhalt springen
Aktuelle Seite: Projekt Nr. 7 | ZEITKUNSTFESTIVAL 2026

ALL THAT FREUD !

7. – 9. August 2026, Schloss Schrattenthal/Schüttkasten, 2073 Schrattenthal 1

Literatur, Musik und Kunst im Kontext der Psychoanalyse

ECHOKAMMER FREUD

Festivalausstellung, 7. – 30. August 2026

ZEITKUNSTFESTIVAL Programm

Das ZEITKUNSTFESTIVAL rückt im Jahr 2026 das aktuelle Interesse der zeitgenössischen Kunst an Person und Werk Sigmund FREUDs und seiner Zeitgeschichte in den Fokus.

Sigmund FREUD ist als Wiener Begründer der Psychoanalyse eine historische Persönlichkeit von Weltrang. Vor allem die hohe Akzeptanz der psychoanalytischen Schule im angloamerikanischen Raum hat seiner Berühmtheit zu einem Kultstatus verholfen, in dessen Sog viele FREUDsche Begrifflichkeiten, Aperçus und Thesen als Komprimate in die Alltagskultur eingeflossen sind.

FREUDs nachhaltiger Einfluss auf die Kunst und Theorie der Moderne und der Popkultur ist evident. Nicht nur der Surrealismus hat ihn als Apologeten unbewusster Traum- und Bildwelten auserkoren. Ein großer Teil der Literatur, Philosophie, Malerei und Filmkunst der Nachkriegszeit strotzt vor Anleihen am psychoanalytischen Erbe und vor Querverweisen zum Gedankengut FREUDs. Ergänzend wurde FREUD selbst zum Protagonisten einer Reihe von Hörspielen, Romanen, Filmen und Fernsehserien – und noch zahlreicher wurde das Setting der therapeutischen Sitzung selbst zum beliebten Versatzstück visueller Medien.

FREUD ist in einem Prozess kultureller Aneignung nicht nur zum unverrückbaren Säulenheiligen der Therapiegeschichte geworden, sondern auch zu einer ikonischen Kunstfigur, die eine ungebrochen virulente Ausstrahlung auf die zeitgenössische Kunst und Populärkultur hat. Die FREUDsche Fehlleistung, der gleichnamige Versprecher, die Kategorie des Unbewussten, die Schlagwörter der Traumdeutung usw. sind in den selbstverständlichen Sprachgebrauch übergegangen und funktionieren dort als saloppe Chiffren. FREUDs Modell der Psyche hat mehr als 100 Jahre nach ihrer Formulierung Staub angesetzt. In der Konkurrenz und Gleichzeitigkeit mit anderen Therapierichtungen und Psychologiemethoden hat die Psychoanalyse ihren superioren Rang eingebüßt. Viele der FREUDschen Lehrtheorien sind längst nicht mehr state of the art, manche Expertisen – wie z. B. die Postulate zur frühkindlichen Bindung - gelten als widerlegt. Für die Kunst und Alltagskultur ist das allerdings weniger relevant als für den Diskurs und die Praxis der heutigen Psychologie. Insbesondere die Kunst, die sich mit der „idée vague“ (Fernand Léger) generell freier fühlt als mit messerscharfen Wissenschaftskategorien, greift einige Konzepte FREUDs assoziativ auf und widmet sich Schlüsselstellen seiner Theorie und Biografie. Da FREUDs Beiträge zur Traumdeutung, Psyche und Triebtheorie in erster Linie Konzepte und keine streng wissenschaftlichen Erkenntnisse waren, blieben und bleiben sie interpretierbar - was auch der heutigen künstlerischen Annäherung an die analytische Gedankenwelt den besten Vorschub leistet.

Die prima causa des ZEITKUNSTFESTIVALs ist immer die Kunst. Es ist keine Fachtagung, auch wenn dis-kursive Programmpunkte zur Annäherung an das Jahresthema dazugehören. Es braucht Sie, ein anspruchsvolles, aufmerksames Publikum, das ähnlich der Kunst einem Thema mäandernd, tief- und leichtsinnig, manchmal ephemer und manchmal punktgenau folgen möchte.

Willkommen zum ZEITKUNSTFESTIVAL 2026! 
Michael Kos, Intendant


Literatur
KATHARINA ADLER, TOM SALLER, STEVE AYAN

Musik KonzerteMusik / Konzerte
PAN-TAU-X mit TIMNA BRAUER, FREUD - Die Band, PROHIBITION STOMPERS 

Textlesung
MERCEDES ECHERER

Performance PuppenspielPerformance & Puppenspiel
SUSE WÄCHTER, MANUEL MUERTE

Kunst / Festivalausstellung
JULIE HAYWARD, MARKUS HOFER, KAREN HOLLÄNDER, GUDRUN KAMPL, MICHAEL KOS, FRANZISKA MADERTHANER, ROMAN PFEFFER, MARTIN SCHNUR, LETIZIA WERTH, STEFAN ZSAITSITS, 

Diskurs
MONIKA PESSLER, SILVIE AIGNER, STEVE AYAN, TOM SALLER, KLAUS THEWELEIT

 

Fuss ...